Platz eins kommt aus Kessenich

Das sind die Gewinner des Bonner Heimat-Preises 2026

Platz eins kommt aus Kessenich

Das sind die Gewinner des Bonner Heimat-Preises 2026

Foto: Hanna-Maria Lang

Die Stadt Bonn hat ihren Heimat-Preis verliehen. Er zeichnet Organisationen oder Menschen aus, die sich auf besondere Weise für die Bundesstadt engagieren.

Der Bonner Heimat-Preis

Die Vergabe des Bonner Heimat-Preises fand dieses Jahr zum achten Mal statt. Sie ist Teil des NRW-Förderprogramms „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“ Dadurch erhält Bonn seit 2019 und voraussichtlich bis 2027 jährlich 15.000 Euro, um besonders ehrenamtliches Engagement zu fördern. Wer gewinnen soll, entscheidet eine Jury, die unter anderem aus Beigeordneten des Bereichs Soziales, Integrationsbeauftragten und Bezirksbürgermeistern besteht. Mögliche Bewerber sind Organisationen oder Einzelpersonen. Die Jury-Mitglieder achten bei der Vergabe darauf, wie viel die ehrenamtliche Tätigkeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bonn bedeutet. Außerdem sollen Preisträger den Begriff „Heimat“ möglichst weltoffen und tolerant interpretieren.

Die drei Preisträger erzählen, was ihre Initiativen so wertvoll macht.

Platz 1: Kessenich.Du.Wir-Förderverein„Ich habe mich tierisch gefreut, als ich von unserem Preisgewinn gehört habe“, sagt Evi Mielke. Sie ist erste Vorsitzende des Kessenich.Du.Wir-Fördervereins. Gemeinsam mit ihrem Team will sie die Lebensqualität in ihrem Stadtteil erhöhen. „Wir haben mittlerweile fast gar nichts mehr hier in Kessenich. Kein Gemeinde- oder Vereinshaus, keinen Dorfplatz“, sagt sie. Deswegen organisiert Kessenich.Du.Wir Veranstaltungen wie einen Viertelsflohmarkt oder ein „Dîner en blanc“. Vor allem das regelmäßige Feierabendbier an der Friedenskirche komme gut bei den Kessenichern an. Mit den 8000 Euro Preisgeld kauft der Verein XXL-Blumenkübel für seinen anstehenden Herbstmarkt im Oktober. Danach sollen die Kübel Teil der Kessenicher Straßen werden. Die Planung des Marktes sei dabei nicht immer einfach gewesen. „Manchmal macht es die Bürokratie schwer, aber wir Ehrenämtler bauen trotzdem große Projekte auf“, sagt Mielke

Platz 2: Karnevalsverein Knatsch Verdötscht e. V.Ein Karneval für alle – das ist Ziel der Knatsch Verdötscht. Seit 2017 organisiert der Verein Karnevalssitzungen für Menschen in schwierigen Lebenslagen. „An Karneval sollen nicht nur die Promis gefeiert werden“, sagt Ulrike Klein, erste Vorsitzende der Knatsch Verdötscht. „Bei uns sitzt jeder in der ersten Reihe, der es möchte.“ Im Prälat-Schleich-Haus der Caritas Bonn veranstaltet der Verein einmal jährlich „E‘ Stönnche Freud“. Andere Vereine treten dann auf, singen und tanzen in der Unterkunft. Klein begleitet „E‘ Stönnche Freud“ seit Jahren, einer der ehemaligen Teilnehmer sei jetzt Bahnfahrer. „Man sieht, dass es nicht hoffnungslos ist. Das motiviert mich“, sagt Klein.

Platz 3: Stadttaubenhilfe BonnDie Stadttaubenhilfe versucht, die Lebensbedingungen von Tauben in Bonn zu verbessern. Auf ihrem Lebenshof in Dottendorf pflegen Ehrenämtler mehr als 300 Tauben, die nicht mehr auswilderbar sind. Obwohl der Verein nun den Heimat-Preis inklusive 3000 Euro gewonnen hat, kämpft er mit Vorurteilen: „Wir stoßen auf viel Gegenwind“, sagt Ramona Gerards, Vorsitzende der Stadttaubenhilfe Bonn. Viele Menschen würden Tauben für reine Krankheitsüberträger halten. „Dabei sind Tauben nicht ansteckender als jedes Haustier“, sagt

Quelle: General Anzeiger Bonn